#09 Exkurs ins 20. Jahrhundert

Die Diskussionen der Reformationszeit lassen sich bis in das 20. Jahrhundert verlängern. In aller Kürze sehen wir uns folgende Linien an: (1) Religiöse Sozialisten in der Schweiz, (2) Die Social Gospel-Bewegung in Nordamerika, (3) Martin Luther King und die Bürgerrechtsbewegung, (4) Ernst Bloch und das Prinzip Hoffnung, (5) Leonardo Boff und die lateinamerikanische Befreiungstheologie und (6) Dorothee Sölle und ihre Anmerkungen zu Thomas Müntzer. An diesen Beispielen wird deutlich, wie sehr die Glaubwürdigkeit der kirchlichen Botschaft mit der “sozialen Frage” verbunden ist.

#08 Die Kraft der Utopien

Um das Jahr 1500 weitete sich der Horizont der damaligen Welt. Ab dann war die bestehende Gesellschaft nicht mehr alternativlos. Neue Ideen wurden formuliert. Berühmt ist die “Insel Utopia” von Thomas Morus. Im deutschsprachigen  Raum begegnen wir Sebastian Lotzer als Verfasser der “12 Artikel”, Johannes Hergot, der als Buchdrucker seine Vision niederschrieb und Michael Gaismair, der eine Bauernrepublik in Tirol aufbauen wollte. Immer ging es um die Leidenschaft, nicht nur auf eine bessere Welt zu warten, sondern diese auch aktiv in Angriff zu nehmen.

#07 Der Bauernkrieg

Der sogenannte “Deutsche Bauernkrieg” wird völlig unterschiedlich bewertet. Die Einschätzungen reichen vom “größten Missverständnis der Reformation” bis hin zum “Musterbeispiel für eine soziale Revolution”. Alles nur eine Frage der Perspektive?  Was waren die Kernanliegen der Bauern und wie wäre die Geschichte verlaufen, wenn sie mehr Unterstützung bekommen hätten?

#06 Exkurs ins 12. Jh.: Joachim de Fiore

Von wem war Thomas Müntzer inspiriert? Eine der bedeutsamsten Spuren führt zurück in das 12. Jahrhundert zu dem Abt Joachim de Fiore. Mit seiner dreigeteilten Geschichtskonzeption inspirierte er viele Denker bis in die heutige Zeit. Was wäre, wenn ein vom Geist geleitetes “Reich der Freiheit und der Freundschaft” nicht erst im Himmel, sondern bereits hier auf Erden eine realisierbare Möglichkeit darstellte?

#05 Thomas Müntzer

Thomas Müntzer ist aus Martin Luthers Sicht der Inbegriff des Schwärmers. Für seine Anhänger gilt er dagegen als wahrhaftiger Verkündiger des Evangeliums und unerschrockener Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit. Noch lange nach Müntzers Tod polarisieren seine Ansichten. Um so spannender ist es, sich mit seiner Utopie von einer umgestalteten Gesellschaft auseinanderzusetzen und das klassische Bild der Reformation hinterfragen zu lassen.

#04 Andreas Bodenstein von Karlstadt

Karlstadt war ein führender Reformator der frühen Wittenberger Erneuerungsbewegung. Warum ist er so wenig bekannt? Zunächst war er ein Freund von Martin Luther, später ein erbitterter Gegner. Luther machte seine Reformen rückgängig und sorgte dafür, dass dieser als “Schwärmer” vertrieben wurde. Schon bei Karlstadt finden wir aber sehr interessante Ansätze, die später von den Täufern wieder aufgegriffen wurden.

#03 Unterteilungen

1) Schwärmer: Mit einer utopischen Zukunft vor Augen die Gegenwart revolutionieren | 2) Spiritualisten: Durch den Rückzug ins Innerliche dem eigentlich Göttlichen begegnen | 3) Antitrinitarier: Scharfe Kritik an Dogmen und an der Entmündigung des Menschen | 4) Täufer: Aus dem Rückbezug ins Neue Testament christliche Nachfolgegemeinschaften bilden.